Herbsttour “Club your Hands” 2009 (Rückblick auf Oktober 2009)

Nach sich anfänglich zäh anfühlenden Bookingbemühungen haben sich schlußendlich irgendwie ein paar Gigs für den Oktober angesammelt. Dies war ein guter Grund den Mund etwas weiter als sonst aufzureißen. Als Resultat standen wir nicht vor ein paar Auftritten im Oktober sondern vor der “Club your Hands” – Tour 2009. Da fühlt man sich doch gleich selber wie ein alter Stadion-Rocker. Doch galt es natürlich nur rein aus zeitlichen Gründen und um die Exklusivität der Band zu wahren die kleinen, clubähnlichen Arenen in der Region zu bedienen. Deshalb sahen wir auch vom Vorverkauf ab. Auf Drängen unseres halsabschneiderischen Labels tetmusik haben wir dann doch noch Tourplakate gedruckt.
Die längste Zugfahrt führte uns nach Braunschweig. Ja, ja: richtig gelesen, alles mit der Bahn! Das kann sich der gutaussehende Elektropopper von heute dann doch noch leisten, dank QuerdurchDeutschland- und Sachsenticket. Doch wurden wir schon im Zug von unserer Popularität eingeholt. Denn selbst schon der Schaffner wollte ein Autogramm von uns auf das Zugticket haben. Den Kugelschreiber natürlich schon im Anschlag. Um unsere Weiterfahrt allerdings zu ermöglichen mußte er leider uns das Ticket zurückgeben und durfte es nicht behalten. Pech gehabt. Auf den Bahnhöfen im Dunstkreis von Leipzig lässt es sich besonders gut aushalten. Wir nutzten die Ruhepausen und mischten uns unters Volk. Hierbei kam uns unsere elster-club-sche Cleverness zu Gute. Bei uns wird kein Verstärker geschleppt. Wir haben unsere kleinen Maschinchen im Taschenformat. Das hat zum Beispiel den Vorteil, dass ich mit zwei Händen gleichzeitig einen Kaffee trinken kann. Was für ein Luxus. Wir würden uns allerdings breitschlagen lassen für längerfristig geplante Stadiontourneen ein paar Amp-Dummies und Styroporfelsen aufbauen zu lassen. Momentan reichen wir allerdings alleine auf der Bühne aus und verstärkt wurden wir vom Publikum. Und das nicht zu Knapp. Und dafür ein ganz ganz liebes Dankeschön! In solchen Momenten setzt das Stadionrocker-Herz zum Stage Dive an.
Für uns war die Tour die Erfüllung eines lang geträumten Traums und zugleich Bewährungsprobe. Denn man muss sich auf einem sehr primitiven und animalischen Niveau gut verstehen, damit man solch ein Vorhaben übersteht. Viele werden diese These bestätigen müssen. Es ist Fakt: Wenn sich drei Typen am Leipziger Hauptbahnhof treffen, in den Zug steigen und wissen, daß sie die nächsten Tage gezwungenermaßen auf einander hocken müssen und nur erahnen können was für schockierende Dinge sich in den nächsten Tagen in ihre Gehirne einbrennen werden, dann ist man schon bei Halle kommunikativ weit unter der Gürtellinie angekommen. Die Ungewissheit macht uns fertig. Fragen wie: “Wer wird das nächste Kickertournier für sich entscheiden?”, kreisen einen unaufhörlich im Kopf.
Desweiteren stand die goldene Regel im Raum – wenn drei aufeinander folgende Konzerte scheiße laufen, kommt es zur fristlosen Spontanbandauflösung. Uns gibt es noch! Das spricht auch für eine gekonnte Tourplanung. Denn wenn die Route nur ein wenig anders geplant gewesen wäre, dann würde es uns als Band wahrscheinlich nicht mehr geben. Schwein  gehabt, behaupte ich. 7 von 10 Konzerten waren Top. Übrigens sehr interessant: Jedes Konzert war anders. Bisher gibt es für uns noch nicht den Begriff “Standardkonzert”. Dieser Zustand soll möglichst lange existieren.
Und die netten Menschen die wir kenne gelernt haben. Ein Träumchen. Darunter auch die Eltern von Johannes. Und natürlich wurden wir zum Muttimittagessen eingeladen… Ohne weiter auf die einzelnen Konzerte eingehen zu wollen, steht für uns fest, sowas muss wiederholt werden. Bei uns ist wie so oft der Weg das Ziel. Wir sind heiß und wollen weiter durch die Lande ziehen. Ein Zitat blieb uns allerdings im Gedächtnis. Ein aufrichtiges Kompliment von einem schon damals entfernten und in zwischen noch entfernteren Bekannten, eigentlich schon fast ein Unbekannter: “Ganz netter Abend. Ne echt, gar nicht mal so schlecht.”

Leave a comment